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Boykott der Olympischen Spiele 2008 in Peking?

Der Lauf der faulen Eier

Allenthalben hört man in den Nachrichten von Tumulten während des Fackellaufs für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Es hauen sich die Demonstranten und die Polizei bei jeder unpassenden Gelegenheit die faulen Eier um die Ohren - das mag legitim sein oder auch nicht - darüber mag ich mir gar keine Gedanken machen.

Lächerlich finde ich aber die Diskussion über einen möglichen Olympia-Boykott:

  • Seit Jahren ist bekannt, dass die Olympiade 2008 in China stattfindet.
  • Seit Jahren ist bekannt, dass es in Punkto Menschenrechte nicht weit her ist mit den Chinesen

Da hätte man doch (wenn überhaupt) gleich zu Beginn protestieren sollen, nämlich zu dem Zeitpunkt, als das IOC die Spiele vergeben hat. Ausgerechnet jetzt über einen Boykott nachzudenken ist mal wieder typisch Deutsch: rechthaberisch, voller blindem Aktionismus, ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen: haben die Boykotts in der Vergangenheit (Moskau, Los Angeles) etwas gebracht?

Wer wirklich den Chinesen zeigen will, dass er mit der chinesischen Politik nicht zufrieden ist, der möge doch bitte chinesische Produkte boykottieren; da geht es aber an den Geldbeutel von jedem (Textilien, die in demokratischen Staaten hergestellt wurden sind in der Regel teurer als die aus China) und schon ist es mit der Solidarität vorbei. Wer der chinesischen Propaganda keine Chance geben möchte, der lässt einfach den Fernseher aus bei der Übetragung der Eröffnungsfeier der Spiele. Wer mehr tun will möge doch ein paar Petitionen an die chinesische Botschaft verfassen, oder an seinen Bundestagsabgeordneten.

Die Sportler aber zum jetzigen Zeitpunkt von den Spielen auszuschliessen? Lachhaft.

 

1 Kommentar

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  1. Als Sportler würde ich mich ganz schön mies fühlen, dort aufzutreten. Wer meint, Sport habe mit Politik nichts zu tun, der lügt sich da ganz schön was in die Tasche. Erinnert mich irgendwie ziemlich an Berlin 1936. Aber das muss jeder Sportler selbst wissen.

    Meine Begeisterung für jegliche Art von Leistungssport hat ohnehin seit der überall stattfindenden Trickserei und Manipuliererei der eltzten 10 Jahre stark gelitten, denke die Spiele werden auch ohne mich als Zuschauer gut auskommen. Vielleicht noch etwas Dressurreiten, da kann ich immer so gut einschlafen...

    Ich protestiere da also lieber gegen den Profitsport (von wegen olympischer Gedanke, pah) als gegen die ollen Chinesen. Denn da hast Du vollkommen recht: Das hat man ja vorher schon gewusst...

    Gruß, micpo

    Michael Pohl

 
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 22. Mai 2008 15:13:50 h