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Ein Spielzeug für große Jungs

Buben-Spielzeug

Es gibt Dinge, die muss man einfach haben - nicht, dass man nicht ohne sie leben könnte. Es ist vielmehr, dass manche Sachen (vor allem technische Gerätschaften) einen magischen "haben-will" Impuls bei mir auslösen. So ist es auch geschehen bei meinem dienstlichen Besuch auf der Cebit 2008: nach absolviertem Pflichtprogramm in den Hallen für Geschäftsanwender hatte ich noch eine Stunde Zeit, durch die bunten, lauten Consumer-Hallen zu schlendern. Nach allerlei Krimskrams und etlichem Gedränge schlug mich ein Schuhkarton-großes, schwarzes Kästchen in seinen Bann, das auf den unaussprechlichen Namen "Noxon iradio for ipod" hört. Mir war gleich klar: das muss ich haben.

Nun, nach einigen Wochen "Schamfrist" (man gehört ja nicht zu den Deppen, die sich gleich am ersten Tag auf ein neues Produkt stürzen) habe ich mir das Kästchen zugelegt.

Eierlegende Wollmilchsau

Nun, was kann das Kästchen? Im wesentlichen ist es ein Internetradio, d.h. ein Radiogerät, das die Abertausende von Internetradiostationen empfangen kann. Warum man Musik übers Internetradio hören will? Weil man da nicht auf die Mainstream-Radiostationen beschränkt ist, die den immer gleichen Pop-Einheitsbrei spielen. Im Internet gibt es Radiosender für jedes noch so abstruse Nischenpublikum - weil es einfach so gut wie nichts kostet, einen Internetradio-Dienst zu betreiben. Mein "Wunderkästchen" (aber natürlich auch alle vergleichbaren Konkurrenzprodukte) listen die eigentlich unübersichtliche Senderflut nach Kriterien und Kategorien auf - da ist es ein Leichtes, sich den Independent-Sender des Vertrauens herauszupicken, der ohne Verkehrsfunk, Nachrichten und so gut wie werbefrei nur die Art von Musik mag, die einem wirklich gefällt.

Zusätzlich kann der "Noxon iradio for ipod" auch noch Musik von allen möglichen anderen Quellen wiedergeben: vor allem hat er eine Docking-Station für den Ipod eingebaut, so dass man seine Ipodmusik über das Kästchen abspielen kann. Aber auch der Anschluss von externen Festplatten (über USB) oder gar der Empfang vom eigenen Server (über UPnP) ist möglich.

Einfache Bedienung

Wie kommt nun die Musik in das Zauberkästchen? Die Antwort ist ganz einfach: über den eh bereits im Haus vorhandenen WLAN-Zugang. Voraussetzung für den Betrieb ist also, dass man bereits ein Heimnetzwerk mit DSL-Router und WLAN-Netz hat. Der Noxon wird dann einfach ins Netzwerk eingebunden und funktioniert ab diesem Zeitpunkt ganz ohne dass ein Computer umständlich eingeschaltet werden muss.

Dabei beherrscht das Kästchen die gängigen WLAN-Verschlüsselungs-Standards, so dass die Einbindung ins Heimnetzwerk nicht zu Lasten der Sicherheit gehen muss.

Der Noxon stellt dann übersichtliche, einfach zu bedienende Menüs zur Verfügung, mit denen die Suche des gewünschten Senders nicht zur Computerkasper-Frickelei wird; auch Computer-Laien sollten mit dem Gerätchen klar kommen. Ganz wie ein "normaler" UKW-Radio hat er auch Stationstasten, auf die sich die beliebtesten Sender einspeichern lassen. Somit steht auch der Bedienung des Geräts durch "die bessere Hälfte" nichts im Wege.

Anschlussmöglichkeiten reichlich

Der Noxon iradio for ipod besitzt eingebaute Mono-Lautsprecher, die sich mit einem zusätzlichen Lautsprecher auch auf Stereo-Wiedergabe aufbrezeln lassen. Außerdem verteilt er bereitwillig seinen Klang auch auf den Kopfhöreranschluss oder per analogem Line-Out respektive digitalem TOS-Link an die heimische Stereoanlage.

Neben dem Empfang per WLAN kann er wahlweise per Ethernet angebunden werden, empfängt auch UKW (aber wer will das schon?) und besitzt neben dem angesprochenen Dock für den Ipod auch einen USB-Anschluß, so dass man einfach eine handelsübliche Festplatte mit Musik anstöpseln kann.

Nachteil

Der gravierendste Nachteil der Kästchens sei aber nicht verschwiegen: der Preis. Stolze 300 Euro machen das Kästchen nicht unbedingt zum Schnäppchen - das dürfte der Moment sein, wo der bisher geneigte Leser eher mal aus den Latschen kippt und sich ernste Sorgen um den Geisteszustand des Autors dieser Zeilen macht. Wie kann man so viel Geld ausgeben für so ein Dingelchen? Und da kann ich keine vernünftige Aussage treffen, außer dass der "Haben-Will" Impuls einfach zu stark war. Halt dann doch ein Buben-Spielzeug, aber doch mal Hand auf's Herz: wollt Ihr nochmal arm sein ;-)?

3 Kommentare

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  1. Servus Gaugau, da Du Dich sicher ausgiebig damit beschäftigt hast: Gibts auch was ne Nummer kleiner? Z.B. nur für LAN. Spiele nämlich auch schon ne Weile mit dem Gedanken, aber irgendwie habe ich die eierlegende Wollmilchkuh bisher nicht entdeckt. Und LAN habe ich sowieso ausgiebig liegen. Dein geschildertes Gerät kann da natürlich mega viel, ist für mich jedoch etwas overdressed. Ist bei Deinen Checks da vielleicht ein Abfallprodukt für mich passend?

    Gruß, micpo

    Michael Pohl

  2. Hallo Michael,

    selbstverständlich gibt es das Ganze auch wesentlich günstiger: wer auf die ipod-Funktionalität verzichten kann und "nur" ein Internetradio braucht ist glaube ich mit einem der folgenden Produkte gut bedient:

    * Terratec Noxon iradio (http://www.terratec.net/de/produkte/NOXON_iRadio_2211.html), UVP 169 €

    * TechniSat InternetRadio, bei Amazon um 100 €

    * Pinnacle Soundbridge, beim Internethändler etwas über 100 €

    Joachim Müller (GauGau)

  3. Ich besitze selbst auch so ein Wunderwerk der Technik, allerdings in Weiß da sieht man den Staub nicht so drauf.

    Einzig was micht stört und bisher trotz mehrmaligem versichern seitens Terratec ist dass das Gerät beim wecken das Display in hellster Stufe einschaltet anstatt wie in dem Profil eingestellt auf niedriger Helligkeit.

    Der Sinn eines Weckers ist dass man die Augen aufbekommt und nicht dabei erblindet wenn man Richtung Wecker blickt.

     

    Grüße Don-Duracell

    Stefan Dörr

 
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 24. Juli 2008 12:45:28 h